Island gehört zu den teuersten Reisezielen der Welt – das ist keine Übertreibung, sondern Realität, die man kennen sollte, bevor man bucht. Wer eine Reise nach Island plant, steht vor einer Kostenstruktur, die sich fundamental von Mitteleuropa unterscheidet: Unterkunft, Essen, Mietwagen und Aktivitäten summieren sich schnell auf ein Niveau, das viele überrascht. Dieser Guide liefert präzise, aktuelle Preisinformationen für alle wesentlichen Kostenpunkte – von Flug über Ringstraße bis Hot Pot – damit das Budget nicht erst am Reykjavík-Flughafen zum Problem wird.
Kurz zusammengefasst
Eine Woche Island kostet realistisch zwischen 1.200 € und 3.500 € pro Person (inkl. Flug), je nach Reisestil. Backpacker kommen mit rund 80–100 € täglich aus, komfortables Reisen kostet 150–250 € pro Tag. Island ist teuer – aber mit der richtigen Planung absolut bezahlbar.
Wichtiger Hinweis
Alle Preisangaben in diesem Artikel basieren auf dem Stand 2024/2025. Preise in isländischen Kronen (ISK) können durch Wechselkursschwankungen variieren. 1 € entspricht ca. 145–155 ISK (Stand: Frühjahr 2025). Preise im Text sind als Euro-Richtwerte angegeben.
Das Wichtigste in Kürze
- Flüge ab Deutschland: ab ca. 150 € (günstig) bis 500 € (Hochsaison)
- Mietwagen: ab 40 €/Tag (Kleinwagen) bis 150 €/Tag (4×4)
- Unterkunft: 25–35 € (Camping) bis 200 €+ (Hotel)
- Essen: 5–8 € (Supermarkt) bis 30–60 € (Restaurant)
- Aktivitäten: 0 € (Wasserfälle) bis 90 € (Blaue Lagune)
- Tagesbudget Backpacker: ca. 80–100 €; Komfort: 150–250 €
„Island kann man auch mit knappem Budget bereisen – aber wer ohne Planung anreist, gibt garantiert zu viel aus. Der größte Fehler: am Flughafen Keflavík spontan einen Mietwagen buchen und abends ins erste Restaurant gehen.“
Was kostet eine Reise nach Island durchschnittlich?
Wer zum ersten Mal nach Island reist, unterschätzt häufig, wie schnell sich die Einzelposten summieren. Der Mietwagen allein kostet über eine Woche leicht 500–800 €, dazu kommt Benzin für die Ringstraße, und das Abendessen in einem guten Reykjavíker Restaurant liegt kaum unter 40 € pro Person. Island verlangt Vorbereitung – nicht als Abschreckung, sondern als Voraussetzung für eine entspannte Reise.
| Reisetyp | Tagesbudget (ohne Flug) | 7 Tage gesamt | 14 Tage gesamt |
|---|---|---|---|
| Backpacker (Camping/Hostel) | 70–100 € | 490–700 € | 980–1.400 € |
| Mittelklasse (Guesthouse/Selbstverpflegung) | 120–180 € | 840–1.260 € | 1.680–2.520 € |
| Komfort (Hotel/Restaurant) | 200–300 € | 1.400–2.100 € | 2.800–4.200 € |
| Luxus | 400 €+ | 2.800 €+ | 5.600 €+ |
Wie teuer sind Flüge nach Island?
Icelandair und Wizz Air sind die meistgenutzten Airlines auf dieser Strecke. Icelandair fliegt von Frankfurt, München und Berlin, Wizz Air bietet Verbindungen ab mehreren deutschen Städten. Wer früh bucht – idealerweise vier bis sechs Monate vor Reiseantritt – findet regelmäßig Tickets unter 200 €. Im Juli und August steigen die Preise deutlich an, oft auf 350–500 €.
Wann sind Flüge nach Island am günstigsten?
Oktober bis März ist die Nebensaison: weniger Touristen, niedrigere Preise. Wer Nordlichter sehen möchte, fliegt ohnehin in dieser Zeit – und zahlt deutlich weniger als im Sommer. Auch Mai und September sind preislich attraktiv und wettermäßig oft angenehmer als erwartet.
Was kostet ein Mietwagen in Island?
Der Mietwagen ist für die meisten Island-Reisenden der größte einzelne Kostenfaktor nach dem Flug. Die Preise variieren erheblich je nach Fahrzeugklasse, Saison und Anbieter. Unbedingt vorher buchen – spontane Buchungen am Flughafen sind fast immer teurer.
Was kostet Tanken in Island?
Für eine vollständige Ringstraßen-Runde (ca. 1.350 km) sollte man mit rund 100–160 € Benzinkosten rechnen, abhängig vom Fahrzeug und Verbrauch. Tankstellen sind auf der Ringstraße ausreichend vorhanden, aber Abstände können groß sein – immer voll tanken, bevor es in abgelegene Gebiete geht.
Brauche ich wirklich einen Geländewagen?
Das isländische Hochland – Landmannalaugar, Þórsmörk – ist mit Geländewagen vorbehalten, das ist gesetzlich vorgeschrieben. Wer ausschließlich die Ringstraße bereist und bekannte Attraktionen ansteuert, braucht keinen teuren 4×4. Eine ehrliche Einschätzung der eigenen Reiseziele spart oft 50–80 € täglich.
Expert Insight: Mietwagenversicherungen in Island
Die Basisversicherung (CDW) ist meist im Mietpreis enthalten, deckt aber keine Schäden durch Sand, Asche, Wasser oder Sturm – typische isländische Risiken. Die Zusatzversicherungen SAAP (Sand and Ash), SCDW (Super Collision Damage Waiver) und GP (Gravel Protection) kosten zusammen rund 20–40 €/Tag extra. Wer ohne sie fährt, riskiert im Schadensfall vier- bis fünfstellige Eigenkosten. Für die meisten Reisenden sind zumindest SAAP und Gravel Protection empfehlenswert.
Was kosten Unterkünfte in Island pro Nacht?
Hotels, Guesthouses und Hostels im Vergleich
Ein Doppelzimmer in einem isländischen Hotel kostet in Reykjavík selten unter 150 €, außerhalb der Hauptstadt oft 90–140 €. Guesthouses – häufig Familienbetriebe auf Farmen entlang der Ringstraße – bieten Doppelzimmer für 80–120 € und sind kulturell oft interessanter als anonyme Kettenhotels. Hostels verlangen pro Bett im Schlafsaal 35–55 €, was im internationalen Vergleich ebenfalls hoch ist.
Ist Camping in Island wirklich günstiger?
Seit der Überarbeitung der isländischen Campingregeln ist das Wildcampen nur noch auf offiziell gekennzeichneten Flächen erlaubt – spontanes Zelten in der freien Natur ohne Genehmigung ist verboten und kann mit Bußgeldern geahndet werden. Das Iceland Camping Card für rund 220 € (Saison) kann sich ab einer Reisedauer von mehr als zwei Wochen lohnen.
Wie teuer ist Essen in Island?
Wer drei Mal täglich essen geht, gibt schnell 80–100 € nur für Verpflegung aus. Das ist der Bereich, in dem die meisten Reisenden unvorbereitet viel Geld lassen.
Was kostet der Supermarkt?
Bónus ist die günstigste Supermarktkette des Landes – erkennbar am gelben Schwein-Logo. Kronan und Nettó sind ebenfalls günstiger als Kiosks oder Tankstellen. Ein einfaches Abendessen aus dem Supermarkt (Brot, Aufschnitt, Joghurt) kostet etwa 6–10 € pro Person. Wer frühstückt und mittagisst aus dem Supermarkt und nur abends ins Restaurant geht, halbiert die Verpflegungskosten nahezu.
Was kostet Fast Food in Island?
Der Pylsur (isländischer Hotdog) bei Bæjarins Beztu Pylsur in Reykjavík ist legendär – nicht nur wegen des Preises, sondern weil er schlicht gut ist. Für schnelle, günstige Mahlzeiten unterwegs sind Hotdog-Stände die beste Option auf der Insel.
Was kosten Aktivitäten und Sehenswürdigkeiten in Island?
Wie viel kostet der Eintritt in die Blaue Lagune?
Die Blaue Lagune ist das bekannteste und teuerste Thermalbad Islands. Wer das Geld lieber spart, besucht einen der zahlreichen kommunalen Hot Pots – etwa in Reykjavík (Sundhöllin, Vesturbæjarlaug) für 8–10 € Eintritt. Qualitativ kaum schlechter, touristisch deutlich authentischer.
Was kostet eine Gletscherwanderung?
Anbieter wie Icelandic Mountain Guides oder Local Guide bieten Touren am Sólheimajökull und am Skaftafell an. Eine Kurzwanderung (2–3 Stunden) liegt bei 60–75 €, längere Touren oder Eis-Klettern kosten entsprechend mehr. Selbstständig auf einen Gletscher gehen ist gefährlich und verboten.
Was kostet eine Walbeobachtungstour?
Sind Naturattraktionen kostenlos?
Gullfoss, Seljalandsfoss, Skógafoss, Þingvellir, Dettifoss – die meisten Wasserfälle und Naturwunder Islands sind kostenlos zugänglich. Es gibt Parkgebühren an manchen Standorten (2–8 €), aber kein Eintrittsgeld für die Natur selbst. Das ist einer der echten Vorteile Islands: Die spektakulärsten Momente kosten nichts.
Was kostet eine Nordlichter-Tour?
Wer einen Mietwagen hat, kann einfach selbst aus der Stadt herausfahren, sobald die Nordlicht-App (Vedur.is) grüne Aktivität meldet. Das spart bares Geld und ist logistisch kaum aufwändiger.
Wie viel Budget brauche ich für verschiedene Reisedauern?
Was kostet eine Woche Island?
Sieben Tage sind knapp für eine vollständige Ringstraßen-Runde, aber ausreichend für Südküste, Goldenen Kreis und Reykjavík. Das Budget sollte eher großzügig kalkuliert werden – ungeplante Aktivitäten und Restaurantbesuche sind die häufigsten Budgetsünden.
Was kostet eine zweiwöchige Rundreise?
Zwei Wochen ermöglichen eine entspannte Ringstraßen-Runde mit Abstecher ins Hochland oder zu den Westfjorden. Der Mietwagen schlägt dann mit 700–1.400 € zu Buche, Unterkünfte nochmals ähnlich viel. Selbstverpflegung ist über zwei Wochen besonders lohnend.
Island im Winter vs. Sommer – lohnt sich die Nebensaison?
Der isländische Winter ist nicht für jeden – Dunkelheit, Sturm, vereinzelt unpassierbare Straßen. Wer damit umgehen kann, bekommt Island deutlich günstiger und deutlich leerer. Viele der Hauptattraktionen der Südküste sind auch im Winter problemlos erreichbar.
Spartipps: Wie kann man in Island Geld sparen?
Expert Insight: Die effektivsten Spartipps für Island
a) Lebensmittel bei Bónus einkaufen und Frühstück sowie Mittagessen selbst zubereiten.
b) Mietwagen und Unterkunft frühzeitig buchen – mindestens drei Monate vor Reise.
c) Kostenlose Hot Pots und kommunale Schwimmbäder statt Blaue Lagune nutzen.
d) Reise in Vor- oder Nachsaison legen (Mai, September, Oktober).
e) Fahrgemeinschaften auf Mitreise-Plattformen oder Hostel-Pinnwänden organisieren.
f) Wildcamping-Verbote beachten – Bußgelder kosten mehr als ein Campingplatz.
g) City Card Reykjavík prüfen, wenn mehrere Stadtattraktionen geplant sind.
Lohnt sich Selbstverpflegung wirklich?
Absolut. Wer in einer Unterkunft mit Küche übernachtet – und viele Guesthouses sowie Hostels bieten das –, kann pro Tag 30–50 € einsparen. Über eine Woche sind das 200–350 € weniger Ausgaben allein durch Selbstkochen. Bei einer Familie oder Gruppe potenziert sich der Effekt erheblich.
Wie zahle ich in Island – brauche ich Bargeld?
Bargeld in isländischen Kronen ist praktisch überflüssig. Einzig sehr abgelegene Farmstände oder Märkte akzeptieren manchmal nur Karte oder Überweisung per App. Wer eine gebührenfreie Kreditkarte mitbringt (z. B. Wise, Revolut), spart zusätzlich Wechselkursgebühren.
Welche versteckten Kosten gibt es in Island?
Einige Kostenpunkte überraschen auch erfahrene Reisende:
a) Mautgebühren: Tunnel (z. B. Hvalfjörður) kosten 2–7 €.
b) Parkgebühren: An beliebten Spots wie Þórsmörk 5–10 €.
c) Gepäckaufgabe: Wizz Air und andere Lowcoster berechnen Gepäck separat – schnell 40–80 €.
d) Alkohol: Bier im Restaurant kostet 8–12 €, Wein 10–15 € pro Glas.
e) Wäsche waschen: Waschsalons in Reykjavík kosten 5–8 € pro Ladung.
Was kostet eine Ringstraßen-Tour?
Zusätzlich kommen Campinggebühren oder Guesthouses entlang der Strecke, Aktivitäten an den einzelnen Stops und Verpflegung. Wer die Route in 10–14 Tagen entspannt fährt, sollte für alles außer Flug rund 1.200–2.000 € einplanen.
Wie viel teurer ist Island im Vergleich zu Deutschland?
Was kostet eine Island-Reise für eine Familie?
Mietwagen teilt man sich, aber vier Flugtickets, vier Übernachtungsplätze, vier Eintritte – das summiert sich rasch. Camping mit eigenem Equipment senkt die Unterkunftskosten drastisch und macht Island auch familienbudgetmäßig machbar. Kinder bis 12 Jahre haben bei vielen Aktivitäten Rabatt oder freien Eintritt.
Häufige Fragen zu Island Reisekosten
Wie viel Geld brauche ich pro Tag in Island?
Als Backpacker reichen 70–100 € täglich (ohne Flug und Mietwagen-Grundkosten), für komfortables Reisen sollte man 150–250 € pro Tag einplanen. Restaurantbesuche und Aktivitäten sind die größten Kostentreiber.
Ist Island im Winter wirklich günstiger?
Ja, deutlich. Flüge und Unterkünfte sind November bis Februar oft 30–50 % günstiger als im Hochsommer. Dafür sind die Tage kürzer und manche Straßen geschlossen. Für Nordlichter-Reisen ist die Nebensaison ideal.
Kann ich in Island günstig essen?
Ja, mit Supermarkt-Einkäufen. Bónus und Kronan bieten günstige Grundzutaten. Ein selbst zubereitetes Abendessen kostet 6–12 € pro Person. Wer mehrfach täglich ins Restaurant geht, gibt schnell 80–100 € allein fürs Essen aus.
Braucht man in Island unbedingt einen Mietwagen?
Für Reykjavík und organisierte Tagestouren nicht zwingend. Für die Ringstraße und flexible Erkundung des Landes ist ein Mietwagen fast unersetzlich. Ohne Auto sieht man nur einen Bruchteil Islands.
Welche Kreditkarte empfiehlt sich für Island?
Gebührenfreie Reisekreditkarten wie Revolut, Wise oder die DKB Visa sind ideal. Island ist komplett kartenbasiert – Bargeld braucht man praktisch nicht. Auf Fremdwährungsgebühren bei Standardkarten achten.
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